Festspiel- und Kongresshaus Bregenz

 3. Meisterkonzert – Wiener Symphoniker am 20. 01. 2023 (ab 19:00 Uhr)

Großartige Komponisten, charismatische Dirigenten, einzigartige SolistInnen und Solisten, sie alle sprechen die eine Sprache, die Sprache der Leidenschaft und Reflexion, eine Sprache, die uns den Blick für das Wesentliche öffnet, das große Ganze erkennen lässt und Leichtigkeit spürbar macht.

Für ihr traditionelles Gastspiel haben die Wiener Symphoniker am 20. Januar 2023 unter der Leitung von Pablo Heras Casado Johannes Brahms vorbereitet. Sie spielen die „Erste Symphonie in c-Moll“ und die „Zweite Symphonie in D-Dur“.

Johannes Brahms hat ein umfangreiches Lebenswerk hinterlassen: vier Symphonien, Konzerte, Kammermusik verschiedener Art, Lieder, das wunderbare und viel aufgeführte Oratorium „Ein deutsches Requiem“ oder Klaviermusik.

Der selbstkritische Brahms brauchte lange, um sich mit einer Symphonie an die Öffentlichkeit zu wagen. Nach eigenen Worten fühlte er immer „einen Riesen-Beethoven hinter sich hermarschieren“. Endlich, mit 43 Jahren und schon etabliert als Komponist, wagte er es, mir der Ersten an die Öffentlichkeit zu gehen. Mit ihr verlässt er nicht das klassische Formschema, bricht es aber von Innen her auf. So sind die beiden Mittelsätze nicht wie bisher gegensätzlich, sondern einander sehr ähnlich, und der Schwerpunkt liegt auf dem Finalsatz, dessen Hornthema berühmt geworden ist. Bemerkenswert ist auch die von Arnold Schönberg in seinem Aufsatz „Brahms the progressive“ beschriebene „entwickelte Variation“.

Diese bedeutet, dass musikalische Prozesse aus einer oft kleinen Motivzelle fort und fort entwickelt werden. Gleich nach der Drucklegung der Ersten schrieb Brahms seine Zweite Symphonie, er war sich nun sicher geworden. Man hört ihr den Ort der Entstehung an: sie lässt uns die Farben und das Licht des Wörthersees förmlich sehen. Wenngleich sie lieblicher ist als die Erst und in den Mittelsätzen zum klassischen Schema zurückkehrt, so ist doch in ihrer Feinstruktur das Prinzip der „entwickelten Variation“ noch optimiert. Die Uraufführung der Zweiten im Musikvereinssaal in Wien zur Jahreswende 1877/78 war einer der größten Triumphe, die Brahms erlebt hat.

Die Meisterkonzerte sind eines der ganz besonderen Highlights der Kulturhauptstadt Bregenz und haben mittleierweile stolze Tradition in der Landeshauptstadt. Diese hochkarätige Vorstellung sollten Sie sich bei Ihrem Bregenz Besuch nicht entgehen lassen.

Weitere Details und Infos finden Sie unter: https://www.bregenzermeisterkonzerte.at/programm